Christoph Affentranger Dipl. Arch. ETHZ/SIA

 
 
HOME

Aktuell / What's up

Portraet / Portrait

Projekte / Projects

Publikationen / Publications

Links

 
 

EFH Aepli  1998-1999

Sonnenberg 34, 6313 Menzingen, Schweiz / Switzerland 

 

e-mail: info@affentranger-architekt.ch


 

 

Kaum eine Aufgabe so schwierig wie die, ein Haus mit Holz zu bauen. Die Bilder sind in den Köpfen, und kaum eine Skizze kann diese verdrängen. 

Ein Schrägdach mit Vordach muss es haben, ein Holztäfer als äussere Hülle, ein Kamin und Klappläden, so der Laie. Ein Flachdach, vielleicht ein schwebender Körper, ein Eckverglasung, so der Architekt. Das Bild des Fachmannes ist dabei das weniger Materialgerechte. Zudem, die Reduktion des Zeitgeistes auf das Bild des Flachdaches wirkt abgenutzt. Wie viel mehr provoziert da der Gedanken eines ökologisch ausgerichteten Neubaues. Wenige Bauherren lassen sich wirklich darauf ein. Nicht selten verschwindet die Ökologie beim Betreten des Innenraumes hinter Gips und Farbe und Kunststein.

Das Einfamilienhaus Aepli steht an einem der die Landschaft prägenden Moränenhügel etwas ausserhalb des Dorfes Menzingen im Kanton Zug. Das Haus Aepli entstand als Teil einer Arealüberbauung. Die zugehörigen Vorschriften schrieben vieles vor: ein Schrägdach mit exakt 30 Grad Neigung, der genaue Verlauf und die Lage der Gebäudehülle, das talseitig um 1.5 Meter hervorkragende Untergeschoss sowie die maximal möglichen Höhenlagen von Erdgeschoss und Dachfirst waren gegeben. 

Der gemeinsame Wille von Bauherrin und Architekt bei der Projektierung des Hauses war es, ökologische Überlegungen und Handlungen in eine überzeugende und kostengünstige Architektur zu übersetzen. Eine Architektur, die ehrlich ist und die ablesbar zeigt, was gedacht wurde. Die Stimmungen in und um das Haus sollten sich entsprechen und nicht konkurrenzieren

Man betritt das Haus  talseits im Eingangsraum neben der Garage. Das gesamte Kellergeschoss des in den Hang hineingestellten Gebäudes wurde aus vorfabrizierten Betonelmenten hergestellt. Einzig das Treppenhaus im Zentrum des Gebäudes zeigt sich im Untergeschoss ablesbar in Holz. Das Holz markliert den Übergang vom kalten in den warmen Raum. In den Obergeschossen ordnen sich die Räume um das zentral erschliessende Treppenhaus
Im Erdgeschoss sind dies die offene Küche mit vorgelagertem Essplatz und dem Wohnraum, dazu ein Arbeitszimmer und ein Gäste-WC mit Dusche. Zwei Flügeltüren öffnen sich auf die mit einer Pergola gedeckten Veranda auf der Westseite des Hauses. Von der Veranda gelangt man auf den zugleich als Vordach konzipierten Umgang auf der Talseite des Hauses. Der Umgang mündet am gegenüberliegenden Ende wieder im Garten, von wo der Zugang ins Haus über eine Aussentüre im Arbeitszimmer möglich ist. 
Im Obergeschoss befinden sich zwei Schlafzimmer und eine gegen das Treppenhaus offene Spielfläche für die Kinder sowie ein Badezimmer
Ein halbes Geschoss höher liegt das Studio der Bauherrin, dass mit einer Schlafgalerie unter dem Dach offen verbunden ist. 
Unter dem Dach schliesslich befindet sich noch ein drittes Schlafzimmer sowie ein Abstellraum.

Das Haus wurde aus Elementen in Rippenplattenbauweise gebaut. Der Wandaufbau besteht aus einer inneren Blockholzplatte aus Schweizer Holz in der Stärke von 35 mm. Dann folgt eine 24 cm dicke Isolation aus Steinwolle, ein Weichfaserplatte, die Hinterlüftung und schliesslich das Täfer aus ungehobeltem Tannen-/Fichtenholz. Für die Veranda mit Pergola und den Umgang wurde Lärchenholz verwendet. Dem konstruktiven Holzschutz schenkten wir auch in der Detailierung Beachtung. Das verwendete Holz wurde weder chemisch noch verfahrenstechnisch behandelt. Sämtliche innere Oberflächen der Blockholzplatten wurden verschliffen, die Böden direkt versiegelt. Zu einem späteren Zeitpunkt kann nachträglich Parkett eingebracht werden, falls notwendig. Die Leitungen sind alle hinter mit abschraubbaren Platten verkleideten Kanälen jederzeit zugänglich geführt. Das Dach wurde auf einer Unterlage aus Welldacheternitplatten extensiv begrünt.

Der K-Wert der Aussenwände beträgt 0,17 K/Wm2, derjenige der Gläser 0,5 K/Wm2. Der mittlere K-Wert der Aussenhülle beträgt etwa 0,21 W/Km2. Eine Komfortlüftung gewinnt die Abwärme in der Heizperiode mit einem Wirkungsgrad von 80% zurück. So konnten die Anforderung des Minergiestandards deutlich unterschritten werden. Die benötigte Wärme wird mit einer Holzschnitzelheizzentrale für das gesamte Quartier produziert und via Fernleitung verteilt.

Die verwendeten Sanitärapparate stammen zur Mehrzahl aus Altbauten. 
 

Publiziert in:

Schweizer Energiefachbuch 1999
Seite 26 ff.

Zuger Presse vom 1. März 1999
Seite 9



Südseite / Fassade to south

 


Wohnzimmer / Living room

 


Veranda

 


Treppenhaus / Staircase

 


Studio

 


Das Haus im Bau
The House under construction

The single family house Aepli stands at the slope of a hill a little out of the village Menzingen in the canton of Zug. The house is built out of prefabricated elements and was puted up in just two days on the top of the already built basment. The house with its three floors is part of  an area planing, which determed the outer mesurements and the basic form. The saddle roof of 30 degress of incliniation is covered by plants. The house fullfills the high demands of Minenergie, a swiss standard for low energy houses, because of its good isolation of the outer walls and the windows and thanks to the support of a controled air ventilation system, which also suplies the house with the necessary heat. The building methode with Schuler ripped wooden plates permited a free choice of walls and windows in the floorplan and a production of the elements in a workshop independent of the weather. 

The entrance with the warderobe, the installation room and the carport are located in the basement. On the groundfloor there is the livingroom, the kitchen with the dinning place and an office space which can also be used as a guestroom. The sleeping rooms and and an opened room for the childrens to play are organised in the upper floors. The structur of the house is mainly determed by the staircase in the middle. The one and a half floors high livingroom with its tall windows let the sunshine deep into the house. The veranda at the westside is used as a dinning place during the warm evenings in summertime.
 
 

Published in:

Schweizer Energiefachbuch 1999 Seite 26 ff.

Zuger Presse vom 1. März 1999
Seite 9
 

 


 


Grundrisse / Floorplans
 

Untergeschoss / Basment

 

Erdgeschoss / Groundfloor

 


Obergeschoss / Upper floor

 

Dachgeschoss / Attics